FREIRÄUME:

„Nein, sucht euch einen anderen Platz wo ihr sein könnt.“ „Nein, nachmittags müsst ihr für die Schule lernen.“ „Nein, ihr könnt hier nicht mitreden.“ und „Nein, das ist zu teuer, das gibt’s nicht!“

Das sind Sätze die wohl viele von euch kennen.

Jugendlich sein, einfach das Alter genießen, wann und wo kann man das noch?Oft wird man durch Strukturen der Gesellschaft, der Schule und durch die berufliche Zukunft eingeschränkt. Die Forderung nach mehr Freiraum für die Jugend kann das jugendlich sein wieder ermöglichen. Egal ob man einen eigenen Treffpunkt, mehr Zeit oder auch mehr Mitsprachemöglichkeiten haben möchte.

Wir möchten euch ermutigen euch darüber Gedanken zu machen welche, wo euch etwas gewaltig „stinkt“ und wo ihr mehr Freiräume für euch haben möchtet und dass ihr diese auch einfordert.

Was versteht man unter dem Begriff „Freiräume“?

  • zeitliche Freiräume ...

sind Zeitspannen, die von junge Menschen selbstbestimmt gestaltet und wahrgenommen werden können. Sie müssen selbst entscheiden können, was mit der eigenen Zeit angefangen wird. Diese Zeitfenster werden durch stärkere direkte und indirekte Fremdbestimmung des Alltags und der Biographie des Aufwachsens zunehmend eingeschränkt.

  • örtliche Freiräume...

sind Orte, die junge Menschen für sich als freie Räume begreifen und besetzen können. Orte ohne Kontrolle und ohne von der Gesamtgesellschaft vorgegebenen Zweck. Örtliche Freiräume müssen Räume sein, die junge Menschen selbstbestimmt füllen, belegen und besetzen können. Dies umfasst das eigene Zimmer, den Jugendraum aber auch die Möglichkeit sich frei in der eigenen Lebenswelt zu bewegen, diese zu erkunden und in Beschlag zu nehmen.

  • gestalterische Freiräume...

sind Möglichkeiten das eigene Leben und die eigene Lebensumwelt (mit)zugestalten. Junge Menschen wollen und müssen die Möglichkeit haben, ihre eigene individuelle Lebenswelt zu gestalten und den Raum bekommen, mitzubestimmen und sich an allen Fragen, die sie betreffen, beteiligen zu können. Dabei muss der Transfer der Ergebnisse in die Entscheidungsabläufe von Politik und Verwaltung gesichert sein – Beteiligung muss was bewirken.
Gestalterische Freiheit heißt auch, die Möglichkeit der Übernahme von Verantwortung für eigene Entscheidungen und die Gestaltung der eigenen Lebenswelt. Freiräume müssen in diesem Kontext auch für die Gestaltung des eigenen selbstverantworteten Lebensentwurfs vorhanden sein. Also Freiraum, das eigene Leben nach eigenen Vorstellungen und Zielen selbst zu gestalten.

  • finanzielle Freiräume

sind die Notwendigkeit bzw. der Rahmen für eine freie und selbstbestimmte Entwicklung von junge Menschen unabhängig von den persönlichen ökonomischen Rahmenbedingungen. Der finanzielle Hintergrund ist z.Z. ein offensichtlicher Indikator für die Räume, die junge Menschen tatsächlich erschließen können. Zum Beispiel durch Kinderarmut, mangelnde soziale Durchlässigkeit des Bildungssystems oder die aufgrund mangelnder (persönlicher) finanzieller Ressourcen eingeschränkte Mobilität werden jungen Menschen Freiräume verwehrt. Individuelle Lebensziele müssen unabhängig von finanziellem Druck ausgewählt werden können. Diese Freiräume können von einer Gesellschaft geschaffen werden (Mögliche Ansätze dazu sind z.B. ein leistungsunabhängiges Grundeinkommen und kostenfreie Bildung).

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